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15.09.1999

„Kul-Tür” vor zehn Jahren gegründet / Hymnentafel Berlin brachte musikalisches Ständchen

"Bei der Namensfindung wurde es hitzig"

Rahden (Dr. S.v.G.). Feierlich, aber ohne jedes Notenständer-Ambiente ging es im Rahdener Hotel Bohne zu, als dort „Kul-Tür" das zehnjährige Bestehen feierte. Vorsitzender Detthard Wittler konnte unter den vielen Gästen vor allen Dingen jene begrüßen, die die Arbeit bei „Kul-Tür" machen und die, die begeistert seit zehn Jahren die Veranstaltungen besuchen. Und das waren ganz, ganz viele, so dass nach dem Sektempfang kein Stuhl frei blieb beim Konzert der Berliner Hymnentafel.
Stilvoll fasste Detthard Wittler dabei zehn Jahre Arbeit mit 140 Veranstaltungen und 25 000 Besuchern in den Goethe-Zeilen zusammen: „Mit unseren wenigen Gaben haben wir redlich geprahlt, und was wir dem Publikum gaben, sie haben es immer bezahlt."
Erinnert wurde an die „Gründungstat" von 46 Randener Bürgern am 24. Mai 1989 in den Rahdener Altstadtstuben, um die Gründungsversammlung am 12. September 1989 vorzubereiten, wobei vor allem die Namensfindung hitzig verlief. Heute, so Wittler, habe der Verein 195 Mitglieder und zusammen gelinge es ganz gut, der Kultur eine Tür zu öffnen.
Wittler verband seinen Dank an alle aktiven und passiven Vereinsmitglieder mit einem großen Dankeschön an all die Sponsoren aus Handel und Gewerbe , an die Stadt Rahden, an die freiwilligen Helfer der Feuerwehr, die gastfreundlichen Restaurationsbetriebe und die Hausmeister vieler Veranstaltungsräume.
Ein sichtbarer Dank von „Kul-Tür" für die Stadt Rahden war an diesem Morgen die Sammlung von Geldern für einen Flügel, den das Rahdener Gymnasium erhalten soll. Mit dem Wunsch, dass es „Kul-Tür" gelingen möge, auch in Zukunft Türen zu den Köpfen und Herzen zu öffnen, leitete Detthard Wittler unter großem Beifall der Gäste zum konzertanten Teil des Jubiläums mit der Berliner Hymnentafel über.
Gesponsert von der Fontane-Apotheke, die die Gruppe für diese Veranstaltung gleichsam in Berlin „entdeckt" hatte sowie von den Emser Pastillen, was darauf verwies, dass die zwölf Sänger kein bisschen heiser geworden sind in fünfundzwanzig Jahren ihres Gesangs, gab es dann ein vielbeklatschtes, heiteres Potpourri vor allem aus den zwanziger und dreißiger Jahren.
Angefangen hat die Hymnentafel dabei 1974 als kleine Männergruppe unter Werner Kotsch, die im Chor der Berliner St. Hedwigskathedrale nicht immer nur große Kirchen- und Konzertliteratur singen wollte.
So durfte das Publikum sich dann über Nummern der Comedian Harmonists wie „Mein kleiner grüner Kaktus"freuen und die Roaring Twenties dämmerten mit „Oh Donna Clara" herauf. Was im Verlauf der Jahre an Textverrücktheiten der Tanzmusik kam wie „In der Bar zum Krokodil am Nil" und „Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln", erfreut auch heute noch das Herz. Bis in die fünfziger Jahre ging es mit Schmalz-Schlagern wie Rudi Schurikes „Wenn bei Capri die rote Sonne . . ."
Das Repertoire der befrackten Sänger war groß, der Beifall ebenfalls und alles zusammen ein schönes, angemessenes und fröhliches Jubiläum von „Kul-Tür", das sicher die Tür aufgestoßen hat zur nächsten Dekade erfolgrei-
cher Kulturarbeit.

Die Hymnentafel Berlin brachte dem Rahdener Kulturverein "Kul-Tür" das musikalische Ständchen anlässlich des zehnjährigen Bestehens. [Foto: von Garrel]